Willkommen auf dem Blog zum 1:1- computing- Projekt in Guttannen


Seit Sommer 2010 erprobt eine 5./6. Klasse im kleinen Berner Oberländer Bergdorf Guttannen 1:1- computing im Unterricht, es werden hierfür Netbooks und Tablets eingesetzt. Wegen einer Klassenzusammenlegung findet das Projekt seit Sommer 2012 in der Gesamtschule (1.-6. Klasse) statt. In Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Bern werden Erfahrungen gesammelt, wie sich die kleinen Computer und Tablets im Unterricht und als Hilfsmittel bei der Bearbeitung der Hausaufgaben einsetzen lassen.

Auf diesem Blog werden regelmässig aktuelle Informationen zu Unterrichtsszenarien sowie technischen Inhalten festgehalten. Weitere Detailinformationen zum Projekt finden sich bei den ältesten Posts vom Sommer 2010.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Hardware - Diskussion: Netbooks bewähren sich!

"Das Billigste von ALDI genügt!"

Über die Hardwarebeschaffung werden rund um geplanten Note- oder Netbookeinsatz an Schulen verschiedenste Empfehlungen abgegeben, die bestimmt alle sehr wertvoll sind. Nach einigen Monaten Praxiserfahrung halte ich es jedoch mit Frau Prof. Karin Schachner, einer Referentin der PH Oberösterreich, die an der PH Bern im Sommer über Netbookklassen informierte, welche sich an "ihrem" Gymnasium schon seit Jahren etabliert haben. An jener Schule ist der Kauf der Note- oder Netbooks durch die Eltern vorgeschrieben, die Schule stellt keine Geräte zur Verfügung. Die Kaufempfehlung der Fachfrau an die Eltern lautet ganz simpel: das billigste Notebook vom Aldi reicht absolut aus. Nun, ich möchte hier nicht den Kauf von Netbooks im Supermarkt propagieren, doch die Aussage von Frau Schachner trifft meines Erachtens den Nagel auf den Kopf. Für den Einsatz im Unterricht, fürs eigentliche Lernen, benötigt ein Computer weder einen immensen Speicherplatz noch irgendwelche speziell ausgeklügelten Zubehörteile. Nein, jedes noch so günstige Net- oder Notebook genügt den Ansprüchen fürs Lernen im Unterricht absolut. Ein teurer Multimedia - Computer, der auch mit den ausgeklügelsten und speicherintensiven modernen Spielen klar kommt, ist schon allein deshalb nicht nötig, weil wir an der Schule den Computer ja als Werkzeug und nicht als Spielkonsole einsetzen möchten. Dies will übrigens nicht heissen, dass Lernen nicht auch spielend oder sogar mit Hilfe von Spielen auf dem Computer statt finden kann! Zu diesem Thema fand kürzlich an der PH Zürich eine spannende Tagung statt: http://www.medienbildung.ch/content-n33-sD.html Zurück zur Hardware: Auch mir gefällt der neue von Microsoft  an der WORDLDIDAC in Basel stolz präsentierte classmate- PC. Jener wurde beispielsweise von der portugiesischen Regierung zu Hunderttausenden gekauft und den Schulen zur Verfügung gestellt wurde, doch wie wichtig ist denn die Wahl der Hardware? Ich behaupte: unwesentlich, wenn man bedenkt, wozu die Net- und Notebooks im Unterricht und zum Lernen zu Hause eingesetzt werden. Unsere nicht mehr ganz brandneuen und allesamt zu einem Durchschnittspreis von CHF 230.- bei "ricardo" erstanden hp 2133 - Netbooks wären in den letzten Monaten noch nie an den Rand ihrer Leistungsgrenze gekommen und mehr erwarte ich von einem PC gar nicht.

Heterogener "Geräte - Park" als Problem


Ein anderes Thema ist eher die Heterogenität des Geräte - "Parks". Finanziell war es für unsere Schule sehr lukrativ, dass einige SchülerInnen ihre persönlichen Net- und Notebooks im Unterricht und für die Arbeit zu Hause nutzen und für diese SchülerInnen kein schuleigenes Gerät angeschafft werden musste. Was den Support betrifft, stellen jene Geräte allerdings an mich sehr viel höhere Anforderungen als alle anderen. Während die schuleigenen Geräte allesamt mit dem selben Image aufgesetzt sind (welches natürlich jederzeit identisch wieder hergestellt werden kann), kämpfe ich bei den "privaten" Kleincomputern oftmals mit Kompatibilitätsproblemen der Schulprogramme, muss mich in verschiedene Betriebssysteme einarbeiten etc. Dies bedingt einen beachtlichen Mehraufwand. Daher setze ich bei der Beschaffung von Schulgeräten auf ein und dasselbe Gerät, welches sich auch punkto Robustheit bewährt hat. Bereits haben einige Eltern Interesse angemeldet, das schuleigene Gerät käuflich zu erwerben, was selbstverständlich möglich ist und für mich Zeichen der Zufriedenheit der SchülerInnen mit den Mini-PC's ist.

Netbook: platzsparend!


Gälte es eine Empfehlung für die Wahl von Net- oder Netbooks zu geben, so würde diese bei im Moment klar in Richtung Netbooks tendieren. Die wichtigsten Gründe hierfür sind die platzsparende Aufbewahrung im Schülerpult und der einfache Transport zusammen mit Büchern etc. in der normalen Schultasche. Ebenso bleibt auf den Pulten der SchülerInnen während der Arbeit mit Netbooks noch Platz für ein Buch, Schreibzeug und Papier o.ä.. Kinder mit Notebooks müssen sich jedoch auf Schülerpulten andersweitig behelfen und weitere Unterlagen etwa auf den Knien deponieren müssen (siehe Foto). 


Kleiner Bildschirm?!
Dass der kleine Bildschirm der Netbooks nicht wirklich nur angenehm ist zum Arbeiten, erlebe ich persönlich auch immer mal wieder so. Die SchülerInnen scheint dies weniger zu stören. Noch vor den Sommerferien konnten sie verschiedentlich wählen, ob sie eine Arbeit an einem Desktop- PC mit grossem Bildschirm oder auf einem Netbook erledigen wollten. Die Wahl fiel fast ausnahmslos auf die kleinen Netbooks. Dies erstaunte mich sehr und  gab mitunter auch den Ausschlag für die Anschaffung von Netbooks. In unserem Klassenzimmer ist nach wie vor ein grösserer Flachbildschirm vorhanden, an welchen das Netbook bei Bedarf angeschlossen werden könnte. Der Bildschirm wurde in den vergangen 15 Schulwochen noch kein einziges Mal genutzt...

  Kein DVD - Laufwerk

Auch könnte bei Netbooks das fehlende DVD- Laufwerk zum Mühsal werden, würde man meinen. Nun, da alle nur mit CD laufenden Programme als Image auf den Geräten vorhanden sind (natürlich mit bezahlter Lizenz!) und dank dem kostenlosen Programm "Virtual Daemon Tool" jederzeit in wenigen Sekunden gemountet werden können, jammert niemand über ein fehlendes DVD- Laufwerk. Sollte ein solches doch einmal nötig sein, ist ein kleines, via USB anschliessbares externes Laufwerk im Klassenzimmer verfügbar. Ausser durch den Lehrer wurde jenes jedoch auch noch nie eingesetzt...

Sonntag, 14. November 2010

Hilfreiche Programme im Schulalltag

Dropbox


Ich erachte es als wichtiges Anliegen dieses Projektes, möglichst gute Tools und Programme zu finden, die den Computereinsatz im Unterricht erleichtern und uns die Geräte möglichst effizient und zielgerichtet einsetzen lassen. Als unnötigen Zeitverlust erlebte ich es bis anhin, dass ich SchülerInnen Dateien oder Materialien, die sie im Unterricht zur Arbeit benötigten, per mail zustellen musste. Dank der Dropbox ist diese Form des Materialtransfers zum Glück Vergangenheit. Alle SchülerInnen haben auf ihrem Rechner die Dropbox installiert. Dort können sie eigene Dateien sicher ablegen und auch ihre Arbeiten der Lehrkraft weiter leiten oder von dieser Materialen öffnen. Jedes Kind hat neben den "privaten" Ordnern einen, der nur von der Lehrkraft und ihm selber geöffnet werden kann sowie einen "Klassenordner", in dem abgelegt ist, was die ganze Klasse anheht (Fotos, Arbeitsblätter etc.). Über den "Klassenordner" kann ich von irgend einem Computer auf der Welt, welcher die Dropbox installiert hat oder über einen Internetanschluss verfügt, Unterrichtsmaterialien, Links etc. an die ganze Klasse "verteilen". Will ich jedoch einem Kind etwas zukommen lassen, das sonst niemanden etwas angeht (z.B. eine Beurteilung einer Aufgabe), so lege ich jenes Dokument in diesen Lehrer - Schüler - Ordner ab. Vorbei sind die Zeiten des Anhängens von Dateien via mail oder dem Datentransfer mit dem Stick. Die gratis - Version der Dropbox bietet immerhin einen Speicher von 2GB und dies reicht für den "Alltagsgebrauch" im Moment vollends!

Merci ans zbi - Team der PH Bern für den Tipp mit der Dropbox! 


Mediaconverter


Weiter werden die SchülerInnen dank einem Tipp der letzten ICT- Tagung zukünftig leichter Video- und Audiodateien konvertieren können. Bis anhin hatte ich den Free Sudio Manager als schlicht unentbehrlich betrachtet. Das online - Werkzeug Mediaconverter ( http://www.mediaconverter.org)  erledigt die meisten der selben Aufgaben jedoch bestimmt ebenso gewissenhaft und es bedarf keiner Installation auf dem Rechner. Mal sehen, wie sich das Programm bewährt, ich denke aber, dass es schon eine kleine Erleichterung im Arbeiten mit sich bringt.


Kopfrechentraining

Das zbi- Team der PH Bern hat die guten alten Schnellrechnen - Büchlein in eine digitale Version umgewandelt und dies in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen: eine tolle Sache fürs Kopfrechentraining im Mathematikunterricht. Ebenfalls im selben Hause wurde ein witziges und effizientes Mathe - Spiel entwickelt, in welchem die SchülerInnen das Schätzen von Ergebnissen trainieren. Nachfolgend der Link zu allen vier  interaktiven Mathe - Trainingsformen: 
http://www.kibs.ch/Mathematik_interaktiv







Open office for kids

Ebenfalls in diesen Tagen eingeführt wurde in unserem Klassenzimmer für jene Kinder, die dies wünschten, das Programm "open office for kids." Dies ist eine auf Kinder zugeschnittene Version des kostenlosen Open Office - Paketes, welches wir seit Beginn des Projektes in der Klasse erfolgreich einsetzen. Kinder sind bekanntlich flexibel und haben sich sofort an die (kleinen) Unterschiede zur zuvor eingesetzten Microsoft Office - Software gewöhnt. OOo4Kids ist ein gelungenes Werk, welches den Kindern wirklich eine einfache und funktionale Benutzeroberfläche bietet.




Besuch von der PH Bern 


Anfangs November erhielten wir Besuch von vier Fachleuten des Zentrums für Bildungsinformatik der PH Bern, die sich vor Ort einen Einblick ins mittlerweile rund 10 Wochen laufende Netbook- Projekt verschaffen wollten. Der ebenfalls mitgereiste Techniker vermochte zum grossen Erstaunen der SchülerInnen und der Lehrkraft sämtliche technischen Probleme quasi mit Zauberhand lösen . Nun sind wir alle zuversichtlich, uns voll und ganz auf Inhalte konzentrieren zu können und uns nicht mehr um die Technik kümmern zu müssen. Herzlichen Dank für die super Arbeit! 

Einige Rückmeldungen der Besucher:

* "Die Art und Weise wie die Kinder mit den Geräten umgehen, hat mich sehr beeindruckt. Das Gerät wurde von den Schulkindern wie elektronische Taschenrechner verwendet: Die Geräte wurden nur für Recherchen und für die Arbeit mit dem Lernprogramm eingesetzt. Daneben arbeiteten sie mit Papier und Schreibzeug wie gehabt."


* "Ich habe gesehen, dass sich der Einsatz von Netbooks auf den kleinen Schülerpulten viel besser als die wesentlich groesseren Notebooks eignen. Die Mädchen, die mit Notebooks arbeiteten, fanden für andere Arbeiten (Lesen, Schreiben) neben dem Gerät keinen Platz auf dem Pult und mussten das Notebook entweder versorgen oder die zusätzlichen Arbeiten auf der Schoss erledigen."


* "Die Lektion mit den Netbooks war für mich sehr interessant. Ich konnte live erleben, welche Anforderungen und Herausforderung sowohl für den Lehrenden wie auch für die Lernenden vorkamen."


* "Ganz besonders beeindruckt hat mich M.(Schüler). Er hat ein enormes Wissen in Bezug auf Netbooks aufgebaut und kann so den andern Kameradinnen und Kameraden hilfreich zur Seite stehen. Er ist stolz darauf, dass er das gelbe Supportergilet tragen darf und dass er mit seinem Netbookwissen den andern helfen kann."   

Betreffend der Anmerkung zum "Supportergilet" kann ergänzt werden, dass im Bereich von ICT meiner Meinung nach von der Idee der allwissenden Lehrkraft Abschied genommen werden muss, zumal manche SchülerInnen effektiv einen Wissensvorsprung gegenüber ihren Lehrkräften haben. Es gilt meiner Ansicht nach im Bereicht ICT das Wissen, die Begeisterungsfähigkeit und den Entdeckergeist der SchülerInnen zu nutzen und sie im Unterricht als Helfende einzusetzen. Dies erhöht ihre Sozialkompetenz und auch ihr Selbstvertrauen und hat meiner Erfahrung nach eine absolute win-win-Situation zur Folge.


Seite der PH Bern zum Netbookprojekt in Guttannen:

http://www.kibs.ch/Unterstuetzung/1to1_Guttannen

  try and error 

Die Zeit des Erprobens verschiedener Möglichkeiten und Grenzen des Netbook-Einsatzes prägt diese erste Phase unseres Pilotprojektes und wird gewiss noch eine ganze Weile andauern. Als Lehrkraft entwickle ich dabei auch immer mal wieder Ideen, die sich in der Praxis nicht als wirklich erfolgreich erweisen. Im Deutschunterricht beispielsweise ist die Klasse derzeit mit der Lektüre des Klassikeres "Tom Sawyers Abenteuer" beschäftigt und in diesem Zusammenhang fand ich bei Radio DRS eine interessante kurze Sendung über Mark Twain. Wunderbar, dachte ich mir, die soll zur Schulung des Hörverstehens eingesetzt werden.


Jene Sendung ist auf der Seite von Radio DRS als stream verfügbar. Ich sandte den SchülerInnen per mail den Link zur Reportage sowie in selbigem Mail einige Frage, die es im Anschluss ans Anhören zu beantworten und an die Lehrkraft weiter zu leiten galt. Der Auftrag als solcher wäre nicht besonders anspruchsvoll gewesen, wurde es jedoch aus technischen Gründen sehr wohl. 


Wie schreibt man Antworten in eine e-mail - Nachricht hinein, so dass sie dann auch beim Lehrer ankommen und dies ohne den "Antworten"- Button zuunterst auf dem kleinen Bildschirm durch Scrollen ewig zu suchen? Wie kann man zweckmässig zwischen dem mail- Fenster und der Seite mit der Audio- Datei hin- und her switchen? Obwohl hier ganz klar ein Auftrag im Bereich des Hörverstehens geplant war, endete das Ganze in einem Problemhaufen im technischen Bereich, versagte doch bei einzelnen Netbooks auch noch plötzlich das Internet seinen Dienst: SUPER! 

Das kleine Fiasko konnte mittlerweile wieder gut gemacht werden und zwar mittels einer technischen Vereinfachung. Ich fand in der Zwischenzeit ein kostenloses Programm, mit dessen Hilfe sich jede beliebige Audio- Datei aus dem Internet (als auch gestreamte Inhalte) problemlos auf einen Rechner herunterladen lässt. Weiter kam mir die Funktion "Formular" aus "google docs" zur Hilfe. So gesaltete ich binnen weniger Minuten mit der besagten Audio- Datei und einem importieren google-docs - Formular einen kleinen Blog, auf welchem die SchülerInnen alle nötigen Inhalte auf der selben Seite finden. (Audiodatei und Fragen). Die Fragen können auf dem in den Blog integrierten Formular beantwortet werden und dei Antworten aller SchülerInnen von mir zentral auf einer einzigen google-Docs - Tabelle eingesehen und verglichen werden. 

 




































Das Formular - Tool von google docs setze ich unterdessen im Deutschunterricht auch noch in einem andern Bereich ein. Die SchülerInnen haben mit Hilfe der hervorragenden Unterlagen aus dem neuen Deutsch-Lehrmittel "Sprachland" Vorträge zu Erfindungen erarbeitet und stellen diese nun der Klasse vor. Ins Lehrmittel integriert ist ein Rückmeldeformular, welches die Klassenkameraden nach einem Vortrag fürs vortragende Kind ausfüllen. Um die 240 Kopien und den ziemlich grossen Papierkram rund um diese Auswertungen zu vermeiden, geben die SchülerInnen jeweils nach dem Vortrag ihre Rückmeldungen via dieses google- Docs-Formular (ebenfalls in einen Blog integriert) ein und innert weniger Minuten kann ich auf meinem Konto die Auswertung der ganzen Klasse anschauen und fürs betreffende Kind ausdrucken.

Unsere Suchmaschine: Ecosia

Mit den SchülerInnen wurde vereinbart, dass im Unterricht nur die Suchmaschine Ecosia verwendet wird (Ausnahme: Bildersuche), welche ein umweltschonenderes Suchen im Internet gewährleistet als andere Suchmaschinen. Klar, eine Internetsuche verursacht nach wie vor einen ernst zu nehmenden Energieverbrauch und CO2 - Emissionen. Weshalb das Surfen mit Ecosia jedoch etwas umweltschonender ist, sehen Sie im Film unten. 

Auf Grund der in Guttannen sehr gut sichtbaren Auswirkungen des Klimawandels (siehe dazu auch den junior web award - Beitrag der Klasse im Frühling 2010: http://guttannen.juniorwebaward.ch/willkommen ) ist es uns allen wichtig, wenigstens einen kleinen Beitrag gegen den rasanten Fortgang des Klimawandels zu leisten. Keine Computer einzusetzen und wieder vorwiegend mit Papier zu arbeiten, wäre umweltfreundlicher, mögen Sie einwenden. Wirklich? Wenn man bedenkt, dass allein die Herstellung eines einzigen Blattes A4- Kopierpapier (exkl. das Bedrucken mit dem Kopierapparat) gleich viel oder mehr Energie frisst wie ein Netbook in einer Stunde seines Betriebs benötigt, so geht die Rechnung vielleicht doch zu Gunsten des Netbooks auf? Natürlich, die graue Energie, die in so einem Computer steckt müsste auch mit berücksichtigt werden (wir arbeiten zwar bewusst mit Occasions - Geräten) etc. ..... Das wäre eine spannende Forschungs - Aufgabe, wer packt sie an? Wir freuen uns über Rückmeldungen!





Klimaneutraler Blog

Gutscheine und Coupons - CO2 neutralSeit anfangs Dezember 2010 ist dieser Blog übrigens CO2-neutral, dies dank der Teilnahme an der Aktion "Mein Blog ist CO2-neutral". Nachdem die Initiative „Mach’s grün – Gemeinsam 1 Million Bäume retten“ bereits erfolgreich zahlreiche Bäume vor der Abholzung rettet, startete Mach’s Grün noch die Aktion “Mein Blog ist CO2-neutral!”. In Zusammenarbeit mit “I Plant a Tree” wird für alle angemeldeten Blogs ein Baum gepflanzt. Dadurch werden die CO2-Emissionen der angemeldeten Blogs neutralisiert. Und das für satte 50 Jahre lang! Weitere Infos unter:

Montag, 1. November 2010

Wozu sich Netbooks nicht eignen...

Heureka, wir haben jede Menge Net- und Notebooks im Klassenzimmer im Einsatz!  Der Praxiseinsatz der Geräte zeigt Möglichkeiten und natürlich auch Grenzen der Mini-Pc's recht augenfällig. So hatte ich als Lehrer anfangs die Vision, durch den Einsatz der mobilen Helferlein lassen sich automatisch jede Menge Kopien einsparen und neben dem ökologischen Vorteil davon, seien auch die Zeiten vor dem Kopierapparat bald Vergangenheit. Nun ja, theoretisch wunderbar, doch was sich auf meinem iPad herrlich bewährt, kann nicht auf Netbooks übertragen werden. Will man nicht, dass SchülerInnen sich eines Tages wegen eines Tennis - Arms vom Scrollen beim Arzt melden müssen, sollte man wohl darauf verzichten, ihnen zu oft Dokumente als pdf's zukommen zu lassen. Für Dokumente im A4- Format ist der Bildschirm eines Netbooks doch definitiv eine Nummer zu klein.

Der nicht gerade gigantische Speicher der Netbooks lässt SchülerInnen immer mal wieder über gewisse Streifen auf bewegten Bildern oder Stocken bei der Audio-Wiedergabe beklagen. Diese gelegentlich vorkommenden kleinen Störungen haben laut Fachmann ihren Ursprung wirklich bei den Geräten selber und nicht etwa bei einer nicht ausreichenden Bandbreite oder Überlastung der WLAN - Verbindung.

Den Kindern ist schon auf dem Schulweg unschwer anzusehen, wer sein eigenes Notebook von zu Hause mitbringt (oftmals sind diese Kinder schwer behangen mit Computertasche auf der einen und Schultasche auf der andern Seite) und wer sein Netbook diskret zwischen dem Franz- und dem Mathebuch in der Schultasche in die Schule transportieren kann, doch da wären wir ja bereits wieder bei einem Vorteil des kleinen Rechners...

Technik doch im Griff?

Nach Wochen des Hoffens und Bangens, ob sich wohl vor einer mit ICT geplanten Lektion die Technik jeweils dazu bequemt, mitzuspielen, scheinen diese Schwierigkeiten überwunden zu sein. Da ich längst schon den erneuten Einsatz eines Netzwerktechnikers in Betracht zog und gerade die Rechnung seines letzten Einsatzes beglichen hatte, konstatierte ich, dass für den Stundenansatz eines Fachmannes gut und gerne mehrere Access- Points  erstanden werden können. Ich kaufte also einen brandneuen, noch leistungsstärkeren Access - Point und schaffte sogar dessen Installation. Seit sage und schreibe rund zwei Wochen haben wir nun uneingeschränkten Internet - Access. Schrieb ich uneingeschränkt? Nun ja, bei Firefox ist da leider noch das leidige Kapitel der "Zeitüberschreitung", die auf zahlreichen Bildschirmen verschiedener SchülerInnen regelmässig für Arbeitsunterbrüche und Ärger sorgt, doch diesem Problem scheint man mittels entsprechender, auf verschiedenen Internetforen beschrieben Gegenmassnahmen (timeout-Werte ändern...),beizukommen.


Regeln zur Nutzung des Netbooks missachtet

Bereits zum dritten Mal musste ich das Netbook eines Kindes für eine Woche aus dem Verkehr ziehen, da die Regeln der Nutzung nicht eingehalten wurden. Diesmal war das Versenden einer e-mail während des Unterrichts die Ursache. Vom iPhone- Projekt in Arth Goldau weiss ich um die grosse Disziplin jener SchülerInnen, die meine volle Bewunderung verdient. In jenem Pilotprojekt werden jedoch alle (Internet-?) Aktivitäten der 6. KlässlerInnen von der Swisscom genaustens protokolliert und die Kinder wissen um das "gläserne iPhone", welches sie nutzen. Bestimmt ist daher die Hemmschwelle für Übertretungen der Regeln viel höher.

Ich möchte darauf verzichten, den Polizisten mimen zu müssen und täglich Verlaufsdateien zu Hauf zu kontrollieren und denke, dass die Kinder mit der Versuchung umgehen lernen müssen. Die Konsequenzen wurden bisher ohne Probleme akzeptiert. Ich möchte jedoch erreichen, dass die Eigenverantwortung der SchülerInnen noch grösser wird und dies ist bestimmt ein hoher Anspruch! Zu gross ist die Versuchung, neben der Geografie - Lernplattform noch schnell eine Youtube - Seite zu öffnen oder einen Chat zu starten. Wie heisst es bei einer Zeitungswerbung so schön: wir bleiben dran!

Die konsequente Umsetzung des Netbook - "Entzuges" hat für mich als Lehrkraft übrigens den unangenehmen Nebeneffekt, einem Kind während einer Woche für sämtliche ICT - basierten Aktivitäten eine sinnvolle Alternativarbeit zu organisieren, was zeitweise gar nicht so einfach ist. Für Tipps und Ratschläge, wie diese Problem gelöst werden kann, bin ich dankbar, besonders von Lehrkräften, die ähnliche Projekte durchführten (scheinen nicht Hunderte zu sein in der Schweiz...).

Wöchentliche Einsatzdauer der Netbooks im Unterricht

Wer sich vorstellt, die SchülerInnen der Guttanner 5./6. Klasse würden das Schulhaus täglich mit viereckigem Blick verlassen, da sie stundenlang vor dem Computer sitzen, macht sich eine falsche Vorstellung von diesem Projekt. Bis jetzt habe ich die Nutzungsdauer noch nicht dokumentiert, was ich wohl dringend tun sollte. Meine Schätzung beläuft sich auf einen Einsatz der Geräte während rund 10 - 15% der Unterrichtszeit, was einigen wenigen Lektionen pro Woche entspricht. Und sowas nennt sich Netbook - Projekt? Nun ja, es geht meines Erachtes nicht darum, das Medium auf Biegen und Brechen so oft wie möglich einzusetzen, sondern herauszufinden, wo es wirklich eine effiziente und sinnvolle Hilfe ist. Bewegung und Kreativität (klar, auch auf einem Computer lässt es sich kreativ arbeiten,) Handfertigkeit etc. sollen meines Erachtens niemals auf Kosten vermehrten Computereinsatzes vernachlässigt werden. Mit diesem Projekt möchte ich selber entdecken können, wo das Netbook neue Möglichkeiten und Chancen bietet, jedoch klar auch seine Grenzen kennen lernen.  Schwerpunktmässig findet der Einsatz bisher in den Fächern Deutsch, NMM und Französisch statt. Heute wurde jedoch auch eine wirklich brilliante Seite der Wiener Philharmoniker im Musikunterricht erfolgreich eingesetzt, das Ganze ist bestimmt ausbaufähig aber muss nicht zwingend mehr und mehr erweitert werden. Nicht zu vernachlässigen ist zeitmässig der Einsatz zu Hause, wo jede Woche Hausaufgaben zu bearbeiten sind, die den Einsatz des Net- oder Notebooks bedingen. Jene Arbeitszeit schätze ich auf rund eine Stunde pro Woche.


Experiment nach Sugata Mitra

video

Weiter unten auf diesem Blog ist ein Film von Prof. Sugata Mitra zu sehen, in welchem er über seine verschiedenen eindrücklichen Experimente berichtet. Ich habe mir erlaubt, eines davon zu adaptieren und mit meiner ICT-Wahlfachklasse auszuprobieren.

Ausgangslage: Den Kindern wurden zwei Fragen in kroatischer Sprache an die Wandtafel geschrieben und es galt, sie in möglichst kurzer Zeit mit Hilfe des Internets zu beantworten. Spannend, wie unterschiedlich die SchülerInnen die Aufgabe anpackten. Mit viel Elan waren sie alle dabei, bei den einen machte sich jedoch bald schon Frust und laustark artikulierter Stress bemerkbar, als das Ergebnis nicht einfach so schnell schnell gefunden werden konnte. Das grösste Problem schien erstaunlicherweise nicht die Informationstechnologie zu stellen, sondern die Rechtschreibung. Der Google Translater verlangt absolute Perfektion bei der Eingabe von Vokabeln und schon ein einziger falscher Buchstabe ergibt Übersetzungen, die zwar die Lachmuskeln anregen, bestimmt aber nicht zu des Rätsels Lösung führen. So war ich doch einigermassen erstaunt, wie lange die Kinder für die Beantwortung der beiden Fragen (dem Geburtsdatum von Noch - Bundesrat Leuenberger und dem Namen der Hauptstadt Somalias) benötigten.

Da ich die Kinder zeitweise mit der Kamera begleitete und auch mit einiger Krisenintervention ( nicht technischer Art...) beschäftigt war, vergass ich leider, die Zeit zu stoppen. Ich denke, das der Prozess sich wohl über rund 20 Minuten hin zog, bis die ersten richtigen Resultate eintrafen. Ich liess die Kinder einzeln arbeiten, was ich wohl in Zukunft nicht mehr tun würde. Zu sehr besteht meiner Ansicht nach bei der Arbeit mit Computern die Gefahr hin zur allzu starken (im Trend stehenden!) Individualisierung auf Kosten der doch immer wieder sehr fruchtbaren Teamarbeit. Das obenstehende Video gibt einige Eindrücke von der Arbeit der Kinder.

Samstag, 9. Oktober 2010

Das Landkarten - Experiment

Um die ICT- Fähigkeiten meiner SchülerInnen zu testen und etwas über erste positive oder negative Auswirkungen unseres Netbook- Projektes zu erfahren, habe ich kürzlich im Französischunterricht ein kleines Experiment gestartet.

Ich liess die 5. und 6. KlässlerInnen in kleinen Gruppen folgenden Auftrag lösen: Sucht die Namen von 10 Schweizer Seen, die einen französischen Namen tragen, wer zuerst fertig ist, gewinnt. Achtung, fertig los!

Eifrig wurden überall die Netbooks aufgeklappt und dann sah man die Kinder in der Wikipedia und vielen anderen Quellen emsig nach der Lösung zu besagter Aufgabe suchen. Es gab da und dort röte Köpfe, eine gewisse Hektik machte sich breit, schliesslich wollten alle gewinnen!

Da wir im Geografieunterricht gerade die Schweizer Geografie genauer unter die Lupe nehmen, lagen an verschiedenen Orten im Klassenzimmer auch Schweizer Schulkarten herum. Es dauerte lange, bis eine Gruppe die glorreiche und letztlich rettende Eingebung hatte, mal die gute alte Schulkarte zu Rate zu ziehen. Auf jener liessen sich nämlich binnen weniger Minuten problemlos 10 Seennamen abschreiben.

Tatsächlich gewann eine Gruppe, die sich dieser "Steinzeitmethode" bediente. Alle waren eingermassen überrascht und auch konsterniert, reingefallen zu sein: Nicht alle Aufgaben lassen sich mit einem Computer am einfachsten und schnellsten lösen! Die andern altbewährten Hilfsmittel, die ein Schulzimmer zu bieten hat, werden ihren Stellenwert auch in einer Netbookklasse weiterhin haben und sollen niemals vernachlässigt werden.

In Zukunft wird es wichtig sein, den SchülerInnen aufzuzeigen, dass sie vor der Bearbeitung eines Auftrages gut daran tun, zu überlegen, welches Medium ihnen am besten die gewünschten Informationen und Hilfestellungen bringt. Dass dies längst nicht immer der Computer sein muss, haben alle anlässlich dieses kleinen Experiments erlebt und ich hoffe, die Erfahrung sei nachhaltig.


Es bedarf bestimmt auch noch vieler Übungen und regelmässigem Training, bis der Computer von den Kindern wirklich so geschickt und gezielt eingesetzt werden kann, dass er eine Schulkarte ersetzen kann.

Freitag, 8. Oktober 2010

Kampagne für fair hergestellte Computer



Immer wieder schrecken Schlagzeilen über Suizide von Mitarbeitenden chinesischer Elektronik- Firmen auf, gerade heute habe ich wieder eine solche gelesen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass bei der Produktion von Computern etc. bezüglich der Arbeitsbedingungen sehr vieles im Argen liegt. Die seit 2007 im südchinesischen Raum durchgeführten Studien bei Elektronik-Zulieferen bestätigen, dass die elementarsten Arbeitsrechte noch immer nicht respektiert werden. Dies, obwohl einige der grossen Computermarken ihre soziale Unternehmensverantwortung verstärkt wahrnehmen. Die Firmen werden hauptsächlich nach den Kriterien Arbeitszeit, Entlöhnung, Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, Arbeitsverträge, Disziplinarstrafen und Kenntnisse über den Inhalt der Verhaltenskodices untersucht.

Eine Kampagne der Schweizer Hilfswerke "Fastenopfer" und "Brot für alle" setzt sich dafür ein, Missstände aufzudecken und mögliche Verhaltensänderungen bei den KäuferInnen zu bewirken. Die gesamte IT - Branche zu boykottieren, wäre bestimmt keine Lösung. Wir haben an unserer Schule versucht, durch den bewussten Kauf von Geräten einer Firma, die sich mindestens bemüht, die Situation zu verbessern, ein kleines Zeichen zu setzen. Weitere Informationen zur Kampagne und zur Möglichkeit, die soziale Unternehmensverantwortung verschiedener Hersteller zu überprüfen, bietet nachfolgender Link auf die Homepage der Hilfswerke:



Die verfl......ixte Technik


Wichtig: Da dieser Blogeintrag der fast am häufigsten gelesene Artikel auf diesem Projektblog ist, bitte ich zu beachten: Er stammt vom Oktober 2010!  Über zwei Jahre später darf gesagt werden, dass die unten beschrieben Probleme allesamt längst behoben wurden. Mit der Einrichtung eines leistungsstarken WLAN- Routers haben wir eine stabile Leitung erhalten und können davon ausgehen, dass auch alle SchülerInnen gleichzeitig im Netz arbeiten können, ohne dass dies zu Problemen führen würde.

Unser Netbook-Projekt läuft bereits seit einigen Wochen, doch leider sind die grössten Probleme nach wie vor technischer Natur. "Liebe SchülerInnen, euer heutiger Auftrag im Französisch findet ihr in eurer mailbox, ruft doch alle schnell eure mails ab und beginnt mit der Arbeit!". Dass eine Schulstunde so beginnt, ist nicht aussergewöhnlich, die Reaktion der Kinder jedoch  - verständlicherweise - schon: Rundherum laustarkes Murren und Reklamieren: "Wir haben mal wieder keinen Empfang!" Will heissen, die WLAN- Verbindung ist im Eimer!

Solche Situationen haben wir in den vergangenen Wochen leider mehrmals erlebt und sie sind sehr ägerlich. Wie ist es möglich, dass sich eine tipptopp funktionierende WLAN- Verbindung trotz bestehender Internetverbindung via Ethernet binnen Sekunden verabschiedet und sich entweder für längere Zeit gar nicht mehr oder (durch kurzes Aus- und wieder Einschalten des WLAN-Routers) in Kürze wieder herstellen lässt? 

Mysteriös für mich als Lehrer, der weder Netzwerktechniker noch Magier ist, um solche Probleme sofort wieder zu beheben und oftmals auch überhaupt, zu verstehen, was da abgeht. Da lässt es sich stundenlang problemlos mit dem WLAN arbeiten, man verlässt das Schulzimmer und niemand betritt es oder nimmt irgendwelche Manipulationen an der technischen Einrichtung vor und beim nächsten Anlauf läuft gar nichts mehr und schon die fehlenden Leuchtidioden am Router lassen Schlechtes erahnen. Schwupp, mal kurz den Trick mit den Stromunterbruch versuchen und im besten Fall ist die Sache behoben, andernsfalls kann's schon mal Tage gehen, bis sich die Technik bequemt, wieder zu funktionieren. Diesmal einfach so und unverständlicherweise ohne jeglichen Eingriff. 

Weil über längere Zeit auch die Internetverbindung (via Kabel) immer mal wieder plötzliche Unterbrüche verzeichnete, vermutete ich ein Problem beim nicht mehr ganz neuen Swisscom- Router. Kaum in Bern beim Helpdesk der PH gemeldet, steht selbst im hintersten Berner Oberland ein Techniker der Swisscom innert Stunden auf der Matte und beschenkt uns mit einem brandneuen Router, der wieder einige Jahre funktionieren sollte. 

Einige Tage später muss auch noch ein Netzwerktechniker her, denn die Sache mit dem WLAN will einfach nicht funktionieren. Der Fachmann zaubert das Ganze hin und einige Tage ist wirklich Ruhe. 

Die Freude sollte jedoch nicht allzu lange dauern, denn seit einigen Tagen spukt die WLAN- Verbindung wieder nach Lust und Laune und ohne jedes Prinzip oder Konzept munter vor sich hin. Nun ja, man sollte sich halt die neuste Hardware beschafften, mag die Leserschaft denken, dann hätte man keine solchen Scherereien. Gute Idee, bloss ist unser WLAN- Router erst gerade im zarten Alter von 7 Wochen, eigentlich kein Alter, um schon in Pension zu gehen, oder?

Mir werden die Tücken der Technik wohl noch lange Kopfzerbrechen bereiten und dies habe ich auch von ICT-Vernatwortlichen anderer Schule gehört. Mich dünkt, die Technik dürfe nicht der grösste Stolperstein eines solchen Projektes sein, sondern wir alle sollten uns auf pädagogisch - didaktische Fragen konzentrieren können. 

Ich freue mich auf den Moment, in dem die technischen Probleme überwunden und tiefsinnigere Fragestellungen als solche zu DHCP, WLAN und Konsorte anstehen. Bis dahin werden wohl noch ein paar Monate ins Land ziehen. Es beruhigt, von einem bereits seit Jahren laufenden Netbook-Projekt an der Kanti Baden zu hören, dass dort die "Startphase" rund ein halbes Jahr gedauert hatte, da haben wir ja noch Zeit...

Mittwoch, 29. September 2010

Einsatzszenarien der Netbooks im Unterricht

Nicht erst seit Beginn des Netbook- Projektes werden an der Schule Guttannen Computer im Unterricht eingesetzt. Hier eine Liste von bisherigen und laufenden Einsatzgebieten, aufgeteilt nach Fächern:

Deutsch

* Diktate üben und schreiben (Audio-Datei hören, auf Papier schreiben).
* Persönliche Fehlerwörter üben, Test via Audiodatei schreiben.
* Rückmeldung zu Schreibanlässen via Audio-Datei (per mail).
* Anhören/ beurteilen von Geschichten anderer Kinder, die als MP3 aufgenommen wurden.
* Arbeit mit verschiedenen Rechtschreib– und Grammatikprogrammen
* Verfassen von Texten mit teilweiser Selbstkorrektur dank Auto-Korrektur– Funktion
* Vortragsplanung, Recherche im Internet, Präsentation mit Powerpoint
* Podcasts von Radio/ Fernsehen mit Arbeitsaufträgen
* Klassen– Wochenbericht als Blog
* Nutzung von Lernplattformen anderer Schulen oder auch „Kommerzielle“ wie „schularena.com“
* Verwendung von google-mail als Kommunikationsmittel
* Arbeit mit "google- docs" - Dokumenten

Mathematik

* Arbeit mit verschiedener Lernsoftware
* Erstellen von Tabellen in Excel

Informatik

* Herstellung von Stop motion—Videos
* Herstellung eines Podcasts (nur Audio mit Standbildern)
* Teilnahme am junior web award: viele Beiträge entstanden auf Netbooks (link: guttannen.juniorwebaward.ch)
* Powerpoint—Präsentation
* Filmbearbeitung mit Movie Maker
* Fotos/ Videos in Computer einlesen, Arbeit mit Picasa und picasa - Webalben
* Verwendung der Suchmaschine ecosia

Französisch

* Arbeit mit verschiedener Lernsoftware
* Texte mit Hilfe von Audiodateien als Hausaufgabe lesen üben
* Wörtertests mündlich: Aufnahme der Wörter mit Audacity
* Youtube—Lernvideos zu verschiedenen Wortschatz– Themen
* Blog mit verschiedenen Youtube—Lernfilmchen
* Wikispaces—Seite zum Austausch mit Partnerklasse in der Romandie
* Nutzung von Lernplattformen anderer Schulen oder auch „kommerzielle“ wie „schularena“

NMM

* Z.Z. Schweizer Geografie: diverse online– Lernspiele nutzen
* Sobald erhältlich:neue Profax—Software
* Geografie– Unterrichtseinheit mit google earth
* div. Recherchen im Internet

Gestalten

* Gestalten eine Selbstportraits nach Andy Warehol mit Photoshop



Die Liste wird laufend erweitert. Weitere Ideen, die in Zukunft umgesetzt werden könnten:

Deutsch

* Fortsetzungsgeschichten online mit andern Klassen austauschen 
*  Vortrag auch als Podcast gestalten

Informatik

* Eigenen Blog erstellen und unterhalten  
* Flash– movies herstellen  
* Trickfilm herstellen

Französisch

* Aufnahme von kleinen Spielszenen als Audio– oder Videodateien  
* Erprobung der neuen digitalen millefeuille—Unterlagen

NMM

* Projekt Schule früher—heute: Film, Podcast  ….  
* Audio - Dorfführer herstellen

Videos zum Thema

Folgende Kurzfilme geben einen Einblick in die Arbeit von Laptop - Klassen in Deutschland. Ein Film zeigt die Zukunftsvision eines digitalen Klassenzimmers an der CEBIT 2010 in Deutschland.

Der zuunterst angeordneten Film über Prof. Sugata Mitra's Experiment zu "self teaching" ist ein absoluter Geheimtipp! Er zeigt unter anderem auf, wie schnell sich Kinder mit einem Computer vertraut machen, die noch nie zuvor ein solches Gerät benutzt hatten, kein Englisch sprechen und in einem kleinen indischen Dorf leben.



















Software auf den Netbooks


Auf allen Netbooks der SchülerInnen ist folgende open source (Ausnahme: Acronis..) - Software installiert :
 












Ergänzend wird in den nächsten Wochen noch folgende Software eingerichtet:



Hinzu kommen die folgenden kommerziellen Programme, welche in den Fächern Mathematik, Deutsch und Französisch eine gute Anbindung an die offiziellen Lehrmittel gewährleisten sollen:

Deutsch

* Profax Lerncenter: Wortkartei
* Profax Lerncenter: Regeln
* Linda- klick - Trainingssoftware Band 1-6, Verlag ZKM
* tasta-tour - Tastaturschreibprogramm, Verlag ZKM


Mathematik
* Blitzrechnen 4
* Rechentraining 5
* Rechentraining 6


Französisch

* Lernsoftware zu Bonne chance 1-15

Voraussetzungen und Projektziele

Für das Guttanner Netbook - Projekt bestehen folgende Voraussetzungen:

Voraussetzungen organisatorischer und technischer Art

* Wissenschaftliche Begleitung sowie regelmässiger Erfahrungs- und Wissensaustausch mit den Fachleuten des Zentrums für Bildungsinformatik der PH Bern unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Hartmann (http://www.phbern.ch/die-phbern/organisation/zentren/zentrum-fuer-bildungsinformatik/wernerhartmann.html).

* Das Netbook soll nicht Lehrpersonen ersetzen. Die Lehrpersonen üben weiterhin eine zentrale Aufgabe im Klassenzimmer aus.

* Inhalte stehen vor der Technik. Wichtiger als technische Fragen sollen die mit dem technischen Hilfsmittel zu erlernenden Inhalte sein.

* Jeder Schülerin/ jedem Schüler steht im Unterricht und für Hausarbeiten ein Netbook zur Verfügung.

* Im Klassenzimmer verfügt jede Schülerin/ jeder Schüler via WLAN über eine Breitband - Internetverbindung.
* Die SchülerInnen können für die Arbeit im Unterricht in Absprache mit den Eltern auch ihr privates Net- oder Notebook nutzen und erhalten von der Lehrkraft als "Gegenleistung" technischen Support.

* Die SchülerInnen unterzeichen gemeinsam mit den Eltern eine Nutzungsvereinbarung für die Verwendung der Net- und Notebooks im Unterricht. Diese Vereinbarung enthält Verhaltens- und Sicherheitsregeln. Werden die Regeln der Vereinbarung nicht eingehalten (z.B. Nutzung des Internets für andere als im Unterricht vorgegebene Zwecke), darf das Netbook eine Woche lang nicht mehr genutzt werden.

* Die Netbooks werden den SchülerInnen von der Schule kostenlos zur Verfügung gestellt, können von den Eltern aber auch zum Selbstkostenpreis von CHF 230.- (Occasionsgeräte) gekauft werden.

* Während der Wochenenden und Ferien verbleiben die (schulischen) Netbooks zwecks Updates etc. in der Schule. Diese Regelung wurde in Rücksprache mit den Eltern getroffen und soll diese auch etwas vor zu starker Kontrollaufgabe entlasten.

* Alle Net- und Notebooks verfügen über die selbe Nutzeroberfläche (private Geräte ev. mit anderem Betriebssystem) und enthalten identische Lern- und Opensourcesoftware.
 * Hardware: HP 2133 - Netbooks. Gründe für die Wahl der Geräte: Solide Bauweise, Tastatur mit Grösse von 92% eines Notebooks, qualitativ gutes Netbook, gutes soziales Engagement des Herstellers gegenüber der Konkurrenz gemäss einer Untersuchung der Schweizer Hilfswerke (http://www.fair-computer.ch/cms/index.php?id=648&L=1).

* Alle SchülerInnen verfügen schon seit längerer Zeit über ein persönliches gmail- Konto. Sie nutzen dieses Konto für den Informationsaustausch und zum Übermitteln von Arbeiten an KollegInnen und Lehrkräfte.

Ziele des Pilotprojektes


* Unterrichtstauglichkeit des Mediums Netbooks prüfen. Welches sind sinnvolle Unterrichtsszenarien?

* Abklärung, ob und in welchem Masse die Netbooks den Kindern helfen können, die Lernziele des Berner Lehrplanes zu erreichen.

* Erhöhung der Medienkompetenz der Mittelstufen - SchülerInnen. Einhalten von Regeln in Bezug auf die Mediennutzung (v.a. Internet). Nötigenfalls Sanktionierungen bei Missbräuchen.

* Einsatz eines möglichst hohen Anteils an open source- Software oder kostenlosen Lernplattformen, die später von den Kindern und Jugendlichen auch privat kostenfrei weiter genutzt werden kann (Chancengleichheit).

* Unterrichtsszenarien mit dem Netbook in verschiedenen Fächern erarbeiten, umsetzen und evaluieren.

* Teamarbeit trotz oder gerade wegen des Einsatzes der Netbooks fördern und keine totale Individualisierung anstreben. Partner- und Gruppenarbeiten mit dem Medium gezielt einsetzen.

* Den Anteil an kreativem, gestalterischem und bewegtem Unterricht nicht auf Kosten von mehr Computerarbeit reduzieren.

* Anderen Schulen signalisieren: Eine Schule mit vielen Computern ist keine bessere Schule! Wir führen ein Pilotprojekt durch und erheben nicht den Anspruch, etwas besser zu machen, sondern wollen erforschen, welches die Möglichkeiten und ebenso Grenzen des Mediums Netbook sind. Gerne werden Erfahrungen weiter gegeben und der Austausch gesucht. Schulbesuche sind möglich und erwünscht.

Dienstag, 28. September 2010

Der Start

Nach den Sommerferien 2010 startete die 5./6. Klasse der Schule Guttannen in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule (PH) Bern ein Netbook- Pilotprojekt.

Nachdem an den Weiterbildungen der PH Bern und in der Fachliteratur schon seit langem prognostiziert wird, dass 1:1- Computing (siehe*)  wohl die ICT- Zukunft der Schulen bedeuten würde, hat es uns interessiert, in diesem Bereich einen Pilotversuch zu starten. Als erste Klasse im Kanton wurden die Guttanner 5. und 6. KlässlerInnen in der Folge mit Netbooks ausgerüstet. Dies ein Jahr nach dem Testversuch einer Pilotklasse in Goldau (SZ), in welcher alle SchülerInnen mit einem iPhone ausgestattet wurden, welches sowohl in der Schule als auch zu Hause uneingeschränkt genutzt werden kann. Die Erfahrungen jenes Projektes sind auf nachfolgender Homepage einsehbar:

http://www.projektschule-goldau.ch/das-iphone-projekt


 * ( Hinter dem Begriff "1-to-1 in Education" verbirgt sich die um 1980 vom MIT - Wissenschaftler Seymour Papert aufgestellte These, dass Lerntechnologien nur dann erfolgreich sein können, wenn sie den Schüler/innen direkt und persönlich zur Verfügung stehen - Zitat aus: http://www.bmukk.gv.at/ministerium/vp/20100222.xml?style=text)

Kontakte:

PH Bern:  http://www.phbern.ch/die-phbern/organisation/zentren/zentrum-fuer-bildungsinformatik/wernerhartmann.html

Projektleitung Guttannen: Urs Zuberbühler (ICT-V, Lehrer 5./6. Klasse): primarschule.guttannenATgmail.com